Architektur und Kunst Professur Karin Sander

Professur für Architektur und Kunst

Der Begriff „Kunst“ bezeichnet heute nicht mehr primär die Fähigkeit, Kunstwerke im Sinne dinglicher Artefakte herzustellen, er bezieht sich vor allem auf eine Methode zur Generierung komplexer Bedeutungen ausserhalb normierbarer Standards. Aufgrund ihrer subjektiven Wurzel erfordert die Auseinandersetzung mit Kunst in besonderem Mass die Ausbildung kritischer, das heisst den Kunstbegriff permanent mitreflektierender, Kompetenzen.

Entsprechend ist das Lehrprogramm im ersten Jahr darauf abgestimmt, Kunst als eine sowohl formal (technisch) wie inhaltlich ungesicherte, gleichwohl aber qualitativ überprüfbare Tätigkeit zu vermitteln. Das Verhältnis von Kunst zur Architektur bestimmt sich weniger nach dem, was die eine Disziplin der anderen an speziellen praktischen Fertigkeiten, an „skills“, zu bieten hat, als vielmehr nach dem, was ihre produktive Spannung ausmacht. Nicht die Schnittmenge zwischen Kunst und Architektur ist das Interessante, sondern der Schnitt selbst. Dazu zählt das Zweifeln an schnellen Lösungen, das Denken um Ecken, der unverstellte Blick auf die Dinge, die konzeptuelle Geradlinigkeit, auch da, wo sie irrational und dysfunktional erscheint. Dazu gehört aber auch eine besondere Sensibilität für den Kontext, also für den Ort im Verhältnis zu seiner Umgebung, und zwar sowohl in einem ästhetischen wie auch politischen und historischen Sinn; neben aktuellem Wissen bedarf es aber vor allem eines entwickelten Gespürs für die ästhetische, kulturelle und politische Verfasstheit der Gegenwart.

Ziele und Inhalt

Die Kunstlehre im Rahmen des Architekturstudiums an der ETH Zürich stellt das künstlerische Denken und Arbeiten in den Mittelpunkt. Dabei werden im ersten Studienjahr grundlegende Fähigkeiten in der Wahrnehmungs- und Bildkompetenz vermittelt. Neben den klassischen Bildmedien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video, Skulptur oder Installation wird das Spektrum um die so genannten Neuen Medien, um digitale und netzbasierte sowie um performative Techniken erweitert. Unterschiedliche künstlerische Strategien und der Umgang mit Materialien und Techniken werden in den Gruppen vorgestellt und praktisch erprobt. Durch kunst- und erkenntnistheoretische Auseinandersetzungen werden Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit und ästhetisches Urteilsvermögen geschärft, was letztlich zu einem tieferen Verständnis künstlerischer Konzepte und transdisziplinärer ästhetischer Strategien führt, von denen zeitgenössische Kunst und Architektur ja gleichermassen geprägt sind. Ziel ist es zu Lösungen zu kommen, die auf andere Weise, zum Beispiel durch eine einseitig rationale oder funktionalistische Sichtweise, nicht erreicht werden könnten.

Der Unterricht jeden Mittwoch ist in drei Abschnitte gegliedert:
• Vorlesung
• Freies + perspektivisches Zeichnen
• Unterricht in den Gruppen.

Darüber hinaus wird es jeden Mittwoch mit einer der Gruppen und dem jeweiligen Dozenten ein persönliches Gespräch geben; die zu diskutierenden Themen bestimmt jede Gruppe selbst.

Aktuelles

FIRST CONNECTION

31.05.2019

Vernissage der Ausstellung:

FIRST CONNECTION
Ausstellung: Fiktion und künstlerische Recherche

Vernissage: Freitag, 31. Mai // 18 Uhr

Reaktor Kunstraum
Wasserwerkstrasse 13
8006 Zürich

Symposium: Mythen - Bauhäuser - Dogmen

24.05.2019

Das Hundertjährige Jubiläum des Bauhauses wird mit einem Symposium und Podiumsgesprächen mit u.a. Karin Sander gefeiert.

Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin
www.adk.de

Frozen Gesture - Gesten in der Malerei

18.05.2019

Ausstellung mit Franz Ackermann, Pia Fries, Katharina Grosse, Judy Millar, Gerhard Richter, David Reed und Karin Sander.

18.5.-18.9.2019 beim Stadthaus,
Kunst Museum Winterthur

www.kmw.ch

Karin Sander @ agps

12.04.2019

Buchpräsentation: Karin Sander. A – Z
um 18:00 Uhr

Zypressenstrasse 71
CH 8004 Zürich

Gastvortrag Roland Roos

10.04.2019

Roland Roos macht Irrsinn erfahrbar, indem er ihm einen noch grösseren Irrsinn entgegenhält. Er stellt unser passives Verhalten in Bezug auf die Produktion von Konsumgütern aus, holt das Symbol der vielgelobten humanitären Tradition der Schweiz vom Berg ins Museum, repariert unentgeltlich defekte Gegenstände im öffentlichen Raum und gibt mit Trick und List einen Kunstpreis zurück, den er für seine Arbeit zugesprochen erhielt. In seinem Vortrag gibt er Einblick in seine Strategien und erläutert, welche Kunst für ihn dringend nötig ist.
Roos ist gelernter Elektromonteur und Tontechniker, studierte Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste und an der School of the Art Institute of Chicago, war „Artist in Residence“ in Warschau, Genua, Berlin und Sofia, lebt in Zürich und ist Teil der Kunstkommission der Stadt Zürich.

Artist Talk

27.03.2019

Nora Turato. explained away
um 9:30 Uhr

Lecture & Artist Talk
mit Nora Turato und Fabian Flückiger
 
Anlässlich der Einzelausstellung Nora Turato. explained away im Kunstmuseum Liechtenstein findet eine Einführung in die Ausstellung mit anschliessendem Gespräch zwischen der Künstlerin und dem Kurator statt.
 
Turato beschäftigt sich über ihr Smartphone täglich mit der online zirkulierenden Texthysterie. In rasanter Geschwindigkeit lösen sich Neuigkeiten ab: in der Werbung, Presse, Literatur, Film, Musik und den sozialen Medien. Sie greift punktuell Inhalte auf und überführt diese in ihr Skript. Sie verarbeitet Bedeutung, Klang und die medienspezifisch eingesetzten Stilmittel. Und sie schreibt die sich angeeigneten Passagen zu eindringlichen Narrativen um. Auf deren Grundlage entstehen Künstlerbücher, Rauminstallationen, Wandarbeiten, Videos, Audios und Spoken-Word-Performances.

Berlin Walks

17.03.2019

In promenadologischer Manier werden wir uns in dieser Seminarwoche den Stadtraum Berlins buchstäblich erlaufen. Mit Ortskundigen Begleiter/innen schauen wir dabei auf historische Bezüge, gesellschaftspolitische Prozesse und diverse städtebauliche Massnahmen und nehmen die einschlägigen Viertel Berlins gezielt in den Blick. vom 17 bis 22 März

Artist Talk

25.02.2019

Karin Sander im Gespräch mit Prof. Dr. Philipp Ursprung, Kunsthistoriker und Professor an der ETH Zurich

www.hausamwaldsee.de

Deutschlandfunk Kultur

22.02.2019

Karin Sander im Gespräch mit Ulrike Timm über Konzeptkunst und ihre derzeitige Ausstellung im Haus am Waldsee in Berlin.

www.deutschlandfunkkultur.de

Basisjahr

Freies + perspektivisches Zeichnen

Heiner Franzen

Zentrale Idee der Übungen ist, den Prozess des Zeichnens als eine breitgefächerte Tätigkeit zu vermitteln, die Bilder, Sprache und Reflexion gleichermassen wachrufen kann.

Der Mittwochmorgen wird jeweils durch kurze Vorträge oder Videoclips eingeleitet, in denen ich Beispielen aus der Bildenden Kunst solche aus Film/Video, Cartoon, Theater, Architektur usw. gegenüberstelle. Diese Beispiele sind als konkrete Anregungen für die praktischen Übungen angelegt und sollen Eigentümlichkeiten und Widerstände verschiedener Materialien und Umgebungen erfahrbar machen.

Zum Einsatz kommen verschiedene Zeichenwerkzeuge und Papiere unterschiedlichen Formats. Alle Studierenden arbeiten in einem Raum abwechselnd am Tisch, an der Wand und auf dem Boden.

Die Studierenden sollen die Zeichenübungen als ein freies Spiel mit einfachen Formen und Objekten und als einen ersten Schritt in eine intensivere zeichnerische Praxis erleben.


Medien + Orte

Tobias Becker

Is the medium really the message?

Virtuelle Räume und digitale Bilder sind längst zu einem unausweichlichen Bestandteil unserer urbanen und privaten Umgebung geworden und stehen in ständiger Wechselwirkung mit unseren eigenen Vorstellungen und Projektionen. Das Seminar geht dem Spannungsverhältnis zwischen inneren und äusseren Räumen und Bildern nach mit Blick auf künstlerische Strategien, die in den Grenzbereichen von Dokumentation und Fiktion einen medienanalytischen Ansatz verfolgen. Performativ werden transitorische und unbestimmte Raumsituationen angegangen und deren anthropologische Eigenschaften untersucht. Im Fokus stehen prozesshafte, sensorische und imaginäre Aspekte ortsspezifischer Phänomene.


Architektur + Film

Heiner Franzen

Über den Versuch, seine eigene Umgebung zu durchqueren

Im Seminar untersuchen wir auffällige Wechselbeziehungen zwischen Setdesigns und filmischen Handlungen, z. B. Szenen, in denen die Erzählung von einer vorgefundenen oder gebauten Architektur übernommen wird. Ziel des Seminars ist, mit sequenziellen Übungen die aus solchen Verschiebungen resultierende Sprache (Blickwinkel, Drehungen, Verschiebungen, Überschneidungen usw.) herauszuarbeiten. Parallel dazu zeige ich in Filmreihen signifikante Szenen, die die unterschiedlichen Rollen von Bauten und Set-Designs sowie deren Rückkopplungen auf Regie, Spiel und Narrativ beleuchten.

Im zweiten Semester wählen sich die Studierenden ein Objekt, mit dem bestimmte Erinnerungen verbunden sind und realisieren in kleinen Gruppen mit diesen Objekten eine zeitbasierte künstlerische Arbeit.


Modell + Eigensinn

Thomas Knüsel

Modelle sind Vehikel und haben für gewöhnlich einzig den Zweck der abstrakten Abbildung von „etwas Anderem“. In diesem Kurs untersuchen wir experimentell, welche weiteren Potentiale in unterschiedlichsten Modellformen liegen. Wir erproben künstlerische Möglichkeiten der Modellbildung und erweitern damit unsere gewohnten Betrachtungsweisen.
Als Recorder agierend versuchen wir, möglichst viel von einem Ort zu erfassen. Aus den zusammengetragenen Fragmenten werden Kombinationsmöglichkeiten erprobt und eine Serie Modelle aufgebaut.
Während der Vertiefung beschäftigen wir uns neben einem historischen Blick auf die Entwicklung der Medienkunst, mit Zeichenübungen, digitalen Abformungsverfahren, theoretischer Lektüre, Museumsbesuchen und Mentoraten.
Das Ziel des Seminars ist es einen buchstäblich „eigensinnigen“ Modellbegriff in einer eigenständigen künstlerischen Arbeit zu formulieren.


Material + Skulptur

Maude Léonard-Contant

Dinge und Erfahrungen werden in unserer Zeit gern kategorisiert. Dies geschieht etwa über die gezielte Nutzung von Suchmaschinen, durch Neologismen, die zur Verwendung in sozialen Netzwerken geschaffen werden, oder durch Web-Personalisierung. Aber kann man mit Sprache alles benennen? Dieser Kurs bietet Wege an, zwischen Dinge und Wörter zu schlüpfen, um alogisches Denken zu üben, um eine Pause von zielorientierten Aktivitäten zu nehmen. Hier darf man sich verloren fühlen, skeptisch und scheinbar unbegabt sein, solange man nur engagiert ist.
Konkret heisst das: Wir werden mit Materialien arbeiten und beobachten, welche Wirkung der direkte Kontakt (mit Lehm, Gips, Sand, mit allem, was uns unter die Finger kommt) auf uns hat, welche Objekt- und Gedankenbiotope daraus entstehen, welche Sensibilitäten sich einstellen, welche Wege und Umwege sich öffnen.

In diesem Kurs dient Materialität nicht nur als Hilfsmittel für Ideen und Konzepte, sondern auch als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Projekten. In der Kognitionsforschung hat sich herausgestellt, dass Abstraktion und physische Aktivität Hand in Hand gehen; klüger werden wir dadurch, dass wir uns körperlich mit Begriffen auseinandersetzen. Wir werden folglich mit unseren Händen denken, sie hie und da verdrecken und das Beste daraus machen.

Im Vertiefungskurs des zweiten Semesters wird es regelmässige Einführungen in Arbeitstechniken und Materialien geben; verschiedene, thematisch verwandte künstlerische und architektonische Positionen werden vorgestellt, sowie die verschiedenen Ebenen (politisch, wirtschaftlich, partizipatorisch etc.) der Materialverwendung diskutiert. Zur Semestermitte wird eine Abgabe von zehn skulpturalen Skizzen individuell bewertet. Die finale Abgabe ist frei und muss nicht unbedingt „final“ aussehen: sie kann z.B. die Form eines Logbuches, einer interdisziplinären Kollaboration oder einer ortspezifischen Präsentation haben.

P.S.: Das Digitale ist doch auch ein Material.


Malerei + Illusion

Francisco Sierra

Den Reichtum der Malerei kennenlernen, die Angst vor dem Medium verlieren und einen persönlichen Zugang finden.
Betrachtet man die Geschichte der Malerei, kann es schnell geschehen, dass man sich ob dieser gigantischen Fülle gar nicht mehr zutraut, etwas Neues zu kreieren.
Eine Offenheit zum Medium Malerei zu schaffen und neugierig die eigenen Möglichkeiten zu erforschen ist Ziel dieses Seminars. Um in dieser Suche voranzukommen braucht es praktische Erfahrungen. Der Mut zum Scheitern ist ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses: dieser kann mitunter ungeahntes Potenzial zutage fördern.
Dazu kommt das Kennenlernen und Betrachten verschiedener künstlerischer Strategien im Umgang mit der bildnerischen Illusion im Bereich der Malerei.


Fiktion + künstlerische Recherche

Riikka Tauriainen

Das Modul bietet die Möglichkeit, Verständnis für spezifische Konzepte, Ideen, Probleme oder Aussagen zu entwickeln, die auf die eine oder andere Weise relevant bzw. lebendig für unsere heutige Gesellschaft sind. Wir werden aktuelle Themen innerhalb, ausserhalb oder am Rande zeitgenössischer künstlerischer Praktiken ansprechen. Wir wollen gemeinsam die Produktivität von Spekulation und Fiktion erforschen und uns darin üben, eine nicht-akademische Form der Forschung zu praktizieren, die Verlangsamung als notwendige Bedingung ansieht, um ‘mit’ jemandem oder ‘mit’ etwas zu denken. Wir möchten die Bedeutung der oralen Kultur in einer digitalisierten Welt diskutieren und die verzwickte Dichotomie zwischen Theorie und Fiktion, Mythos und Wahrheit, Wissenschaft und Kunst untersuchen.


Fotografie + Abstraktion

Ester Vonplon

Beim Betrachten von Fotografien stellt sich uns automatisch die Frage, wen oder was wir sehen und wann und wo es eingeordnet werden kann. Im ersten Semester betrachten wir fotografische Positionen aus unterschiedlichen Zeiten und untersuchen die verschiedenen Möglichkeiten und Anwendungen im Bereich der künstlerischen Fotografie.

Im zweiten Semester vertiefen wir die eigenen Strategien zur Lesbarkeit und Herstellung von fotografischen Bildern. Wir werden im analogen Fotolabor Filme entwickeln und Abzüge erstellen, Ausstellungen besuchen, die Möglichkeiten handgemachter Fotobücher und digitaler Präsentationsformen erkunden.


Intervention + Körper

Matthias Wermke

Stadt als Beute

Der Kurs vermittelt den Studierenden in erster Linie ein Gefühl für den eigenen Körper im Bezug auf seine Umwelt (Raum und Architektur) und widmet sich dem Körper als Werkzeug des Künstlers. Das eigene Handeln wird zum Ausdrucksmittel. Die Studierenden werden unterstützt, eigene Ideen zu entwickeln, diese zu formulieren und schliesslich in einer Arbeit umzusetzen. Sie lernen, genau zu beobachten, künstlerisch feinfühlig zu handeln und so einen Dialog mit der Wirklichkeit herzustellen.

Im Kurs des ersten Semesters nähern wir uns anhand praktischer Beispiele den Bereichen Performance, Intervention und Installation. Der Fokus liegt dabei auf künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum. Wir versuchen gemeinsam zu erarbeiten, welche Qualitäten öffentliche Räume haben und wie sich künstlerische Arbeiten dort von solchen in klassischen Ausstellungsräumen unterscheiden.

Der Vertiefungskurs im zweiten Semester geht der Frage nach, wie durch eine eigene Handlung Kunst entsteht, woran diese erkennbar ist, worin sich die Kunstformen Performance, Intervention und Installation voneinander unterscheiden, welche Rolle Planung und Zufall spielen und wie sich ein ephemeres Ereignis festhalten und ausstellen lässt.
Eine Vielzahl von künstlerischen Arbeiten wird im Rahmen des Kurses vorgestellt und diskutiert. Wir untersuchen, was Kunst innerhalb und ausserhalb einer Institution wie beispielsweise eines Museums oder einer Galerie ausmacht.
Dabei wird auch Fitness eine Rolle spielen, und wir versuchen durch individuelle Übungen, die eigene Körperwahrnehmung, Motorik und Ausdauer über den Zeitraum des Semesters zu steigern. Gemeinsam betrachten wir die Schnittstellen zwischen Kunst und Sport und beleuchten den Begriff des Artisten. Bei Stadtbegehungen und Ausstellungsbesuchen in Zürich werden öffentliche Räume auf ihre Funktion und ihr künstlerisches Potential hin erforscht. Der Schwerpunkt des Semesters liegt auf der Entwicklung einer eigenständigen Arbeit der Studierenden.


Wahlfächer

Künstlerisches Denken und Handeln

Tobias Becker
Donnerstag, zweiwöchentlich, 15:00–19:00 Uhr

Im Fokus des Wahlfachseminars Künstlerisches Denken und Handeln stehen künstlerische Strategien, die sich auf eigenwillige und oft poetische Weise mit Räumen, Orten und Zeit(en) auseinandersetzen. Darauf aufbauend werden mit der Seminargruppe eigene künstlerische Handlungsfelder entwickelt und experimentell sowie performativ erprobt.


Zweckfreie Räume – Intervention und Performance

Matthias Wermke
Donnerstag, zweiwöchentlich, 15:00–19:00 Uhr, HCI E 8

„I am making art.“
John Baldessari (1971)

Wir nehmen diese Behauptung Baldessaris zum Ausgangspunkt des Seminars.
Wenn Baldessari Kunst macht, machen wir das auch!
Gemeinsam schauen wir uns ausgewählte Arbeiten unterschiedlicher Künstler/innen an und kommen darüber ins Gespräch. Wie lassen sich Interventionen und Performances konzipieren, ausführen und festhalten? Was braucht es, um zu einer eigenen künstlerischen Arbeit zu kommen? Wie können wir den Sachzwängen des Alltags entfliehen und uns konkret der Kunst zuwenden?
Das Seminar schafft Angebote und versteht sich als Diskussionsraum und Experimentierfeld. Gemeinsam schaffen wir Situationen, die ihre ganz eigenen Qualitäten entwickeln und unsere Gewohnheiten in Frage stellen. Ziel ist es, eine eigenständige künstlerische Arbeit zu motivieren.


Fotografie

Ester Vonplon
Donnerstag, zweiwöchentlich, 15:00–19:00 Uhr, HIF B 44.1

«Wer diese Bilder nicht mag, mag auch keine Gedichte.»

Das Zitat stammt von Jack Kerouac als Einleitung zu dem erfolgreichsten Fotobuch - Robert Frank "the americans" von 1958.

Dieses Wahlfachseminar handelt von der analogen schwarz/weiss Fotografie. Wir widmen dem Inhalt von fotografischen Arbeiten viel Zeit und lernen, anhand von eigenen fotografischen Arbeiten, eine eigene Geschichte zu erzählen und konzeptionell auszuarbeiten. Neben der praktischen Arbeit in der Dunkelkammer - Grundlage in analoger Fototechnik (fotografieren, Filme entwickeln, Abzüge erstellen), betrachten wir Arbeitsmethoden und Techniken von künstlerischen Positionen in der Fotografie. Das Seminar handelt von der Fähigkeit, Fotografien sprechen zu lassen - Gedichte zu kreieren ohne Worte.


3D Scanning and Freeform Modeling

Adi Grüninger
Montag, 13:00–14:30 Uhr

An der Professur für Architektur und Kunst entwickeln wir experimentell Methoden, mit denen Räume dreidimensional – als Bild und als modellhaftes Objekt – wiedergegeben werden können. Neuerungen im Abbilden sind uns dabei ebenso wichtig wie neuartige Formen der Darstellung. Die Technologien des Raumscannens und des farbigen 3D-Drucks werden dabei kombiniert. Der Scanner vermisst den Raumkörper und erstellt in einem separaten Arbeitsgang zweidimensionale fotografische Bilder. Die beiden grundverschiedenen Bildinformationen werden erst im Anschluss in Beziehung gesetzt. Es entsteht eine Datei aus Punkten, bei der jeder Punkt eine Raumkoordinate, einen Farbwert und diverse im Hintergrund verbleibende Metadaten enthält. Sie zeigt die zu einem spezifischen Raum gehörigen Informationen in allen drei Dimensionen und mit allen wahrnehmbaren Lichtwerten. Für die Darstellung werden die Daten so umgewandelt, dass sie als dreidimensionale farbige Gipskörper im verkleinerten Maßstab ausgedruckt werden können.

Voraussetzungen/Besonderes:
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Gute Kenntnisse von Windows-Betriebssystemen sind Voraussetzung. Anmeldung für die Teilnahme am Seminar in Absprache mit dem Dozenten: Adi Grüninger


Freies Zeichnen

Maude Léonard-Contant
Montag, 11:00–13:00 Uhr, HPT C 103

Let’s draw!

Und zwar: unterwegs, komplexlos, mehrhändig, lässig, täglich …

Mit der Idee, uns zu reprogrammieren.
Um den Umfang unserer Komfortzonen zu erkunden.
Um vielseitig zu werden und, dadurch, immer spezifischer.
Um unsere Vorstellungen von Virtuosität zu überdenken und Zufälle – unsere Verbündeten – willkommen zu heissen.
Um unsere Umgebungen anders wahrzunehmen: kommen wir aus den „Wälder von Symbolen“ heraus und betrachten wir die Sachen für was sie auch sind – Massen, Formen, Kontraste, Präsenzen. Und mit diesen Sachen eine gewisse Intimität zu entwickeln.

Steht ebenfalls auf dem Programm:
Zeichnung als Seelenklempnerei und Ort der endlosen Entdeckungen.
Zeichnen als Möglichkeit, uns von unseren Ticks zu befreien. Als Versuch, sich von bestimmten Sujets prägen zu lassen um sie nie zu vergessen oder einfach mal zeichnend vergessen, auf unsere Handys zu gucken.

Und vor allem: planlos zeichnen.


Begleitfach Kunst

Zielsetzung


Die Kunst ist der Bereich, in dem Wahrnehmungs- und Begriffsrealitäten immer neu erzeugt werden. Diese Form des Wissens, welche die Kunst hervorbringt, kommt im Begleitfach zur Anwendung. Der Entwurfstätigkeit werden künstlerisches Denken und Handeln zur Seite gestellt. Im Dialog der Methoden von Architektur und Kunst soll insbesondere das jeweilige konzeptuelle Vorgehen präzisiert werden. Zudem wird Wert darauf gelegt, dem Entwurfsergebnis durch künstlerische Mittel Ausdruck zu verleihen.

Leistungen


Diese methodischen Reflexionen fliessen integriert in den Entwurf ein. Eine zusätzliche Abgabe wird nicht verlangt. Jedem einzelnen Schritt des Entwurfs, von der Ideenfindung über die Detaillierung bis zur Darstellung, soll jedoch ein selbstbewusst gestalteter und nachvollziehbarer Arbeitsprozess zu Grunde liegen. Dazu gehört auch die produktive Nutzung intensiver Arbeitsgespräche und Kritiken. Ein konsequent durchdachter Arbeitsprozess ist die Bedingung für eine eigenständige Abgabe, auf die das Begleitfach Architektur und Kunst mit Bedacht einwirkt.
Teilnahmebedingungen: Sämtliche Diplomanden können das Begleitfach belegen.

Termine


Die Arbeitsgespräche sowie die Teilnahme an den Kritiken erfolgen in Absprache mit den Diplomanden und den jeweiligen Professuren.

Zilla Leutenegger

Achim Mohné


Forschung

Interdisziplinäre Forschungsarbeit

An der Professur für Architektur und Kunst entwickeln wir experimentell Methoden, mit denen Räume und deren Atmosphären, Gegenstände und Personen dreidimensional erfasst und dargestellt werden können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Instituten und Universitäten ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeit und trägt massgebend zur Weiterentwicklung der Technologien bei. Durch die konkrete Auseinandersetzung mit diversen proprietären und hauseignen digitalen Instrumenten ergänzen wir das Know-How an der ETH Zürich im Bereich der digitalen Produktion und der Wissenschaftsforschung in Architektur und Kunst.

Adi Grüninger


Gips – seine Formen

26. Juli 2015 – 18. Oktober 2015

Im Werkstoffarchiv in St. Gallen wird die Ausstellung «Gips – seine Formen» gezeigt. Die Präsentation zeigt Gips in seinen Varietäten als Material und in seiner Verwendung als Werkstoff im Formenbau. Die Anwendung von Gips erfährt durch den Einsatz als Material im 3D-Druck eine Erweiterung. Um diesen neuen Einsatzbereich in der Ausstellung zu integrieren, wurden zwei aktuelle Ergebnisse unserer Forschung mit aufgenommen, der Hybrid- und der Classic-3D-Druck des orangefarbenen Aufzugs.

SITTERWERK
Sittertalstrasse 34
CH-9014 St.Gallen
+41 71 278 87 09
post[at]sitterwerk.ch
sitterwerk.ch


Porträt der Installation "Raum in Rötelkreide"

26. November 2015
Präsentation zur Vernissage

Die Ausstellung "Raum in Rötelkreide" von Karin Sander macht Vorhandenes, aber bis dahin Verborgenes im Ausstellungsraum sichtbar. Der Raum wurde an den Wänden und an der Gewölbedecke mit Rötelkreide schraffiert. Die Spuren der Benutzung und der Vergangenheit: Nagellöcher, Ausbesserungen, Restaurationen werden sichtbar. Diese Rauminstallation wurde mit dem Scanner dreidimensional dokumentiert und als Negativvolumen mit positiven Farbdaten als von uns sogenannter "Hybrid" gedruckt. Die Fotografie wird anlässlich der Vernissage der Ausstellung in Ingolstadt präsentiert.

Gallerie Tongewölbe T25
slg-wittmann.de


Werkstattgespräch 01

27. Mai 2015
Dachterrasse HIL

In der ersten Jahreshälfte 2015 haben wir die technischen und materiellen Grundbedingungen der Darstellung der 3D-Raumscans als ausgedruckte 3D-Fotografien untersucht. Hierfür haben wir nicht nur die Workflows genau untersucht, sondern insbesondere den Aspekt der Postproduktion bei der Vorbereitung der Druckbarkeit von Raumdaten thematisiert. Diese Versuchsreihen wurde am Beispiel der orangenen Aufzüge im HIL erstellt. Es lassen sich vier Druckvarianten unterschieden, wie eine Punktwolke mithilfe eines 3D-Gipsdruckers als 3D-Fotografie erstellt werden kann. Drei der vier Druckvarianten zeigen die Innenräume als Positiv. Hierfür werden die Wände auf unterschiedliche Weise künstlich verstärkt. Einmal durch das Umbauen des Innenraums mit dem ungefärbten Gipsmaterial (Arbeitsname: "Classic"). Oder die Raum- und Farbdaten werden durch eine Programmanwendung vervielfältigt, das kann nach innen ("Dorian Gray") oder nach aussen("Marge") ausgerichtet angewandt werden. Als vierte Variante haben wir die Datenform verfolgt, bei der der Raum als Negativvolumen gedruckt wird, zugleich aber positive Farbdaten aufweist. Das Material wird dabei nach innen verstärkt, so dass der gesamte Raum einschliesslich der Decke gezeigt werden kann. Dieser Ansatz, wir nennen ihn wegen der negativen Form- und der positiven Farbdaten "Hybrid", erscheint uns am vielversprechendsten, was in der anschliessenden Diskussion durch Karin Sander, Clemens Krümmel und weitere Gästen bestätigt wurde.


Präsentation zur 3D-Fotografie

Als Beitrag zur Jahresausstellung des Departments hat die Professur Sander die 2014 erarbeiteten Ergebnisse der Forschungsgruppe präsentiert. Gezeigt wurden verschiedene Ansätze, wie die 3D-Technologie im Darstellungszusammenhang von Architektur und Kunst angewandt werden kann. Ausgangspunkt für die künstlerisch-technischen Interventionen waren reale Entwurfs- und Bauzusammenhänge von zeitgenössischen Architektinnen und Architekten. Es wurden Projekte gezeigt, die in Zusammenarbeit mit Sauerbruch Hutton, Christian Kerez, Arno Brandlhuber und Gramazio Kohler entstanden sind.


3D-Fotografie eines Raumexperiments

Juli/August 2014

Eine Forschungsgruppe des Lehrstuhls von Gramazio & Kohler hat im Sommer 2014 im Sitterwerk in St. Gallen einen neuen Ansatz in der Praxis erprobt. Ein Industrieroboter hat Lehmklumpen zur Bildung von sich gegenseitig stabilisierenden Wänden gezielt in den Raum geworfen. Der Wurfprozess wurde durch die Rückkopplung mit einem 3D-Scanner immer neu angepasst. Die entstehenden Lehmwände konnten bis knapp über Kopfhöhe gestapelt werden. Das Formergebnis, die entstandene Lehmstruktur, wurde dreidimensional vermessen und im Massstab 1:20 ausgedruckt.


3D-Fotografie eines Büros mit 1:1-Modell

April/Mai 2014

Christian Kerez hatte mit seinem Team Anfang 2014 in seinem Atelier ein Modell im Massstab 1:1 aufgebaut. Es zeigte drei Räume eines in Planung befindlichen Wohngebäudes. Anhand dieses Modells sollte die räumliche Qualität der geplanten runden Räume exemplarisch überprüft werden. Dadurch ergab sich eine in vielfacher Hinsicht besondere Situation im Büro. Das geschrumpfte Büro und das Modell bildeten einen starken Kontrast.
Diese aus vielen Teilräumen bestehende Situation wurde mit einem Faro-Scanner vermessen und fotografiert und anschliessend als dreidimensionales, farbiges Gipsmodell gedruckt. Die Decke wurde nicht mitgedruckt, um das Modell einsehen zu können. Da die Punktwolke für sich genommen noch nicht druckbar wäre, mussten die Daten aufgedickt werden. Dabei kommt es zur Verfremdung der Farbwerte und der Verschleifung der Rauminformationen.


Forschung zu 3D-Verfahren

An der Professur für Architektur und Kunst werden die 3D-Fotografie und der farbige 3D-Druck experimentell erprobt und weiterentwickelt. Der Lehrstuhl verfügt über ein integriertes System zur farbgetreuen Digitalisierung von Personen, Gegenständen und Räumen. Die 3D-Scan- und Print-Technik wird mit dem Ziel eingesetzt, 3D-Fotografien in einem durchgängig automatisierten Prozess herzustellen.
Das aktuelle Forschungsvorhaben ist eine inhaltliche Erweiterung im Bereich der Architektur. Wir untersuchen gezielt die Methoden des architektonischen Entwerfens und greifen konzeptuell prägnante Momente heraus, die wir mithilfe der 3D-Technik sichtbar machen. Unsere Forschung analysiert die Techniken des Modellbaus und erweitert diese um neue Formen des digital gestützten Modelling. Um die für die jeweilige Anwendung spezifischen Momente zu finden, arbeiten wir mit Architektinnen und Architekten zusammen, deren Arbeiten wir konzeptuell begleiten.
Ergebnis dieser Recherche sind exakt in Farbe und Textur übersetzte 3D-Drucke, die Entwurfsmomente konkret visualisieren. Es ist unter anderem das Ziel, ein Kompendium an Modellen zusammenzustellen, welche die unterschiedlichen Aspekte der Architekturproduktion zeigen, von der frühen Konzeptphase bis zur Repräsentation durch eine 3D-Fotografie.

Team: Nikolai von Rosen, Jonathan Banz, Adi Grüninger.


Seminarwoche

Berlin Walks

17.03.2019 – 22.03.2019

Picturing NYC

20.10.2018 – 27.10.2018

Perspektivisches Zeichnen

23.10.2017 – 27.10.2017, Zürich

360° Berlin

20.03.2017 – 24.03.2017, Berlin

Picturing Iceland

22.10.2016 – 29.10.2016, Island

Berlin glasklar

13.03.2016 – 20.03.2016, Berlin

Perspektivisches Zeichnen

14.03.2016 – 18.03.2016, Zürich

Rom

15.03.2015 – 22.03.2015, Rom

Rom unter der Lupe

18.10.2015 – 24.10.2015, Rom

look left look right

19.10.2014 – 26.10.2014, London

Landscaping

17.03.2014 – 21.03.2014, Alpenhof Oberegg


Team

Tobias Becker

*1979; Studium der Freien Kunst an der Weißensee Kunsthochschule Berlin sowie der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Studium der Visual and Media Anthropology an der Freien Universität Berlin. 2006–2010 freischaffender Bühnenbildner am Deutschen Nationaltheater Weimar, Theater Total in Bochum sowie der Ruhrtriennale 2009 und 2010. 2010–2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin sowie Dozent im Masterprogramm Visual and Media Anthropology. Lehrt seit 2013 am Lehrstuhl für Architektur und Kunst an der ETH Zürich und ist seit 2017 Dozent für das Wahlfachseminar Künstlerisches Denken und Handeln. Seit Herbstsemester 2018 Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Art and Education an der ZHdK.


Heiner Franzen

*1961 in Papenburg/Ems, lebt und arbeitet in Berlin. HfK Bremen 1986 – 89; HdK Berlin, 1990 – 93. Arbeitsstipendium der Krull-Stiftung Berlin, 2018 IBB Künstlerförderung, 2003; Kunstpreis der Stadt Leer, 1999; 2. Kunstpreis Kunsthalle Wilhelmshaven, 1997; Lehrtätigkeit: Dozentur im Lehrstuhl Architektur und Kunst, ETH Zürich, seit 2018; Gastprofessur für Zeichnung, Kunsthochschule Weißensee, 2014 – 2016; Gastprofessur für die Grundlehre, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 2012 – 2013. Öffentliche Sammlungen: n.b.k., Berlin; Berlinische Galerie; Willy-Brandt-Stiftung, Berlin; West LB Collection, London; Pall Mall Capital Ltd., London; Kunstsammlung der Landesbank, Berlin. Ausstellungen/Auswahl: Manifesta 12 Palermo, 2018; Haus am Lützowplatz, Berlin, 2018; Diskurs, Berlin, 2017; after the butcher, Berlin, 2016; Griffelkunst, Hamburg, 2016; Centre of the Arts, Goa, India 2015; Kunstvererein Wolfenbüttel, 2014; IG Bildende Kunst Wien, 2014, Galerie Møller Witt, Åarhus, Dänemark, 2014; Museum Schloss Moyland, 2013; U37 Raum für Kunst, Berlin, 2012, Galerie Ebensperger Berlin, 2011, Heldart Berlin, 2011; Temporäre Kunsthalle, Berlin, 2010.


Adi Grüninger

*1978, lebt in den Weiten des Thurgaus und arbeitet in Zürich / St.Gallen.
Lehrte Maschinenzeichner und Focus Flugzeug Ingenieur. Danach Studium zum Multimedia Produzent. Arbeitete einige Jahre im Motion Design (Webeagenturen) und wechselte dann zur Kunstgiesserei St. Gallen, wo er mit der Leitung und des Aufbaus der 3D Werkstatt beauftragt wurde.
Nach 9 Jahren und Etablierung dieser weltweit anerkannten 3D Produktionsstätte, entschloss er sich weiteren Aufgaben im Bereich des digitalen Denkens, wie die Gründung von CL-Y.ch oder in der Lehmann Gruppe die Digitalisierung der Bauprozesse zu lenken.
Forscht und lehrt seit 2013 an der ETH Zürich und betreut das Wahlfach 3D Scanning & Modeling.

Durfte mit folgenden Künstlen zusammenarbeiten:
Fischli Weiss, Urs Fischer, Katharina Fritsch, Paul McCarthy, Xu Zhen, Zeng Fanzhi, Elmgreen & Dragset, Robert Indiana, Isa Genzken, Subodh Gupta u.s.w.

Oder Arbeiten für folgende Architekten ausführen:
Christian Kerez (Incidental Space Biennale 2016), Diener & Diener, Romero Schäfle


Thomas Knüsel

*1984, lebt in Zürich. 2009 – 2012 BA bildende & mediale Kunst an der HSLU D&K; 2013 – 2016 MA Fine Arts ZHdK; seit März 2018 künstlerischer Mitarbeiter im Studiengang Camera Arts an der HSLU D&K; seit September 2018 Assistent am Lehrstuhl für Architektur & Kunst, Professur Karin Sander an der ETH Zürich; Ausstellungen & Kollaborationen: 2011 Co-Gründer eines Artist Run Space in Luzern; 2011 «You are here» Zollhaus Emmenbrücke; 2015 «Das Modell vom Modell vom… – ist die Welt.» +ION- Zürich; 2016 «Teilungen» Degreeshow, Zürich ; 2017 «Side Effects» Kollegienhaus Basel; 2018 «Things» TatOrt Luzern, 2018 «The Luxurious Molecule» Kulturfolger Zürich.


Maude Léonard-Contant

*1979; Joliette, Kanada, lebt und arbeitet in Basel. 2007 BA Fine Arts, Université du Québec à Montréal; 2012 MA Fine Arts Concordia University, Montreal / Glasgow School of Arts, Glasgow. Ausstellungen (Auswahl): 2017 „Andere / autre / other Apparatus“, Ausstellungsraum Klingental, Basel; 2016 „Beyond the Real“, Kunsthalle Basel; 2016 „L“, Darling Foundry, Montreal; 2016 „Chatty Lot“, Alpineum Produzentengalerie, Luzern; 2016 „Ghost Flowers“, Herrmann Germann Contemporary, Zürich; 2015 und 2016 Swiss Art Awards, Basel; 2015 „Painting causes painting“, Schwarzwaldallee, Basel; 2013 „The Rite of Spring“, Tramway, Glasgow; 2011 „Palm Plot“, Abrons Arts Center, New York.


Zilla Leutenegger

*1968 in Zürich. Lebt und arbeitet in Zürich.
Zilla Leutenegger studierte an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit 1996 zeigt sie ihre Arbeit regelmässig im Rahmen von Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen im In- und Ausland. Mehr als zehn Monographien und Künstlerkataloge über das Werk von Zilla Leutenegger sind bis heute erschienen. Seit 1998 wird sie von der Galerie Peter Kilchmann in Zürich und der Galerie Stampa in Basel vertreten.


Daniel Lütolf

*1980, lebt und arbeitet in Zürich. 1997 - 2001 Hochbauzeichner in Zürich, 2004 - 2010 Studium an der ETH mit Abschluss MSc ETH Architektur.
Ab 2010 sechs Jahre Kunstproduzent bei Urs Fischer in New York und Zürich. Ab 2017 Gründung der 3D Kunstproduktions Firma CL-Y GmbH, die mit Künstler und Architekten wie Sebastian Utzni, Christian Kerez, Elmgreen & Dragset, Urs Fischer, Alex Hanimann zusammenarbeitet.
Seit 2016 forscht und lehrt er an der ETH und unterrichtet die Wahlfächer 3D scanning & modeling und 360º from reality to virtuality.
Seit 2012 Mitglied des Kunstkollektiv CKÖ mit Ausstellungen in Zürich, Bern, Luzern, Berlin, Venedig, New York, Los Angeles, San Francisco.


Achim Mohné

*1964. Studium der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, Essen; postgraduales Diplom an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Arbeitet als 
freischaffender Künstler im Bereich der neuen Medien, der Fotografie, mit Video-
Installationen, öffentlichen Interventionen und computerbasierter Kommunikation, 
Überwachungstechnologie und Sound. Lehraufträge u. a. an der Kunstakade-
mie Münster, an der Folkwang Universität der Künste, Essen, sowie an der Indiana University, Bloomington, IN.


Francisco Sierra

*1977 in Santiago de Chile, lebt und arbeitet in Cotterd. Bildende Kunst im Selbststudium. Ausstellungen (Auswahl): 2018 „Healthy Wealthy“, Lokal-int Biel; “Surrealismus Schweiz”, Aargauer Kunsthaus, Aarau; 2017 “Erzählte Welt – Geschichten in der Kunst”, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein; 2016; “Problems”, Harpe 45, Lausanne; 2015 “Six possibilities in painting (int.)”, Galerie Bernhard, Zürich; 2014 “Associations New”, SALTS Birsfelden; “Docking Station”, Aargauer Kunsthaus, Aarau; “Part Dieu”, Galería Bacelos, Madrid 2013 “Arbeiten auf Papier”, Kunstmuseum Solothurn; “Avalon” Manor Kunstpreis St.Gallen , Kunstmuseum St.Gallen, 2012 “Merets Funken“, Kunstmuseum Bern


Riikka Tauriainen

*1979, lebt in Zürich. Studierte in Tallinn (Estonian Academy of Arts, BA photography), Essen (Folkwang Universität der Künste, communication design), Berlin (Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Freie Kunst / Bildhauerei) und Zürich (Zürcher Hochschule der Künste, MA Fine Arts).
Riikka Tauriainen unterrichtete u.a. an der Zürcher Hochschule der Künste im BA Kunst & Medien. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt, darunter Raum::Station Zürich im Jahr 2018, Helmhaus Zürich im Jahr 2017, Bâtiment d'art contemporain in Genf im Jahr 2015, Siemens Sanat in Istanbul im Jahr 2013. Sie nahm an Biennalen in der Türkei und Kroatien in 2012 teil, sowie die Swiss Art Awards 2013 und 2012 in Basel. Sie präsentierte ihre neueste Performance «On Feminotopias» im 2018 in der NGbK Berlin. www.riikkatauriainen.net


Ester Vonplon

*1980; lebt und arbeitet in Castrisch. Sie studierte Fotografie in Berlin und schloss 2013 mit dem Master in Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Sie präsentiert ihre Arbeiten im In- und Ausland, unter anderem im Bündner Kunstmuseum, Chur, im Kunstmuseum Thun, im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, im Helmhaus Zürich, im FOAM Amsterdam, im FOMU Antwerpen, im Centro Centro Madrid, im Dafen Art Museum Shenzhen, im Kunstverein Stuttgart und bei den Rencontres de la Photographie in Arles. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2017 mit dem Manor Kunstpreis und dem SAC Kunstpreis. 2012 wählte David Lynch ein Foto aus der Serie „Surselva“ im Rahmen des Buches „seen by David Lynch“ (Steidl Verlag) zu einem seiner 99 liebsten Bilder.


Matthias Wermke

*1978, lebt in Berlin. 2001 – 2005 Studium der Rehabilitationswissenschaften und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin; 2005 – 2011 Studium der Freien Kunst/Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin; 2008 – 2009 Studium der Malerei und Bildhauerei an der Marmara-Universität Istanbul; 2011 Diplom Freie Kunst/Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee Berlin; 2013 Meisterschüler. Seit 2010 regelmässig Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt: DEMO-POLIS – Das Recht auf Öffentlichen Raum, Akademie der Künste, Berlin; Manifesta 11 – what people do for money, Zürich; Ausgezeichnet – Terror Artists, Kunstmuseum Bonn; 3. Berliner Herbstsalon, Maxim-Gorki-Theater Berlin; manipulate the world, Moderna Museet Stockholm; shaping democracy, Museumsquartier Wien; Graffiti, HAM - Helsinki Art Museum.


Ausstellungen

PICTURING NEW YORK

Seminarreise HS18
Eröffnung: 17. Dezember 2018 um 18:00 Uhr

Die Teilnehmer unserer letzten New York Reise präsentieren in Kontakt und Einzelbild ihre Eindrücke der niemals schlafenden Stadt. Auf regelmässigen Walks durch den "Big Apple" entstanden visuelle Tagebucheinträge der einzelnen Mitreisenden ganz im Sinne der grossen Meister der Strassenfotografie

VERWANDLUNGEN, VERWANDTSCHAFTEN

von Frédéric Dedelley
Eröffnung: 07. November 2018 um 17:00 Uhr

DON'T WON'T

von Jürgen Mayer H

Orientierung, beziehungsweise das damit verbundene Handeln, sind psychologische Impulse, die unser Alltag durch stetig zu treffende Entscheidungen – mehr oder weniger bewusst – beeinflussen, diesen einteilen, vorantreiben oder verzögern. Die Fähigkeit, sich zu orientieren, ist eine überlebensnotwendige Eigenschaft: einerseits um sich als Individuum in sozialen Strukturen und Medien, kurz in der Gesellschaft, zurechtzufinden und sich selbst in ihr zu positionieren. Andererseits um räumliche Zusammenhänge zu erkennen und in ihnen das gewünschte Ziel erreichen zu können. Eine entsprechend große Bedeutung bei der Orientierung spielen neben einer gelungen Signaletik die immer wiederkehrenden Symbole und Zeichen, welche uns erziehen und prägen.

CAMERA OBSCURA

Wahlfach Arbeit „Fotografie"
Eröffnung: 04. Oktober 2017 um 18:00 Uhr

René Frey und Silvan Gröbly beleuchten mit einer selbstgebauten Camera Obscura direkt auf ein 130 x 190 cm grosses Fotopapier, das sie im Labor entwickeln. Mit diesem kleinen mobilen -Haus- als Fotoapparat suchen sie nach sich verändernden Raumsituationen und reagieren -analog- und fotografisch auf den prozesshaften Umbau der Stadt

KARTENRAUM

von Heiner Franzen
Eröffnung: 01. November 2017 um 18:00 Uhr

Heiner Franzen zeigt eine Wandzeichnung über Motive aus seiner gleichnamigen Zeichenperformance am S-Bahnhof Wannsee, eine cartoonistische Übersetzung des Kleisttextes -Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden.

SELF-CONTAINED / MOBILE ARCHITEKTUR

über die Architektur nomadisierender Völker des Rift Valley Ostafrikas
Eröffnung: 03. April 2017 um 18:00 Uhr

Ausstellungseröffnung mit Apéro und einem Gespräch mit Winfried Bullinger + Karin Sander, MARIA HIL F 48, ETH Zürich, Hönggerberg

Self-Contained ist eine Ausstellung über die Architektur nomadisierender Völker des Rift Valley Ostafrikas. Winfried Bullinger (*1965) zeigt mit seiner sachlich angelegten Bildserie Bauwerke der Beja, der Afar, der Karamojong, der Turkana, der Nyangatom, der Hadza und anderer Völker. In seinem Focus stehen die abstrakte Qualität der portraitierten Bauwerke. Auf den Bildern sind keine Bewohner zu sehen. Es ergibt sich jedoch eine Erzählung über die abwesenden Personen, die ihre Kraft auch aus der überaschenden Vielfalt an gefundenen Gegenständen zieht. (WB)

Bild: Nahrungsspeicher, Karamojong, Kotido District (Nordost Uganda) 2013

PICTURING ICELAND

von der Seminarreise nach Island
Eröffnung: 20. Februar 2017 um 18:30 Uhr

ITSELF

von Ayse Erkmen
Eröffnung: 28. November 2016 um 18:00 Uhr

OSWALD MATHIAS UNGERS

von Oswald Mathias Ungers
Eröffnung: 31. Oktober 2016 um 18:00 Uhr

Der Architekt O.M. Ungers hat im Laufe seines Lebens Pigmente gesammelt. Farben, die er, wenn er einmal Zeit gehabt hätte, auf eine weisse Leinwand auftragen wollte, um damit ein monochromes Bild zu malen. Zur Ausführung des Werkes ist es nie gekommen – vielleicht aber war das Konzept die Vorstellung und die Sammlung der Pigmente bereits die Arbeit. Ausgestellt wird diese Pigmentsammlung zusammen mit weissen Leinwänden.

MIT DEM STEIN ARBEITEN

von Xiaopeng Zhou
Eröffnung: 02. März 2015 um 18:00 Uhr

MEGACITIES

von Michael Glawogger
Eröffnung: 30. März 2015 um 18:00 Uhr

Der Film MEGACITIES sowie UNTITLED wird vorgestellt von der Schriftstellerin Eva Menasse

THE IMPERATIVE OF THE GLOBAL DÉRIVE

von Alfredo Brillembourg & Hubert Klumpner
mit Daniel Schwartz
Eröffnung: 04.05.2015 um 18:00 Uhr

ASAP

von Andreas Uebele
Eröffnung: 01.12.2014 um 18:00 Uhr

as above so below as roma as told by ginger as seen on tv as soon as possible
andreas uebele grafische arbeiten vernissage am 1. dezember um 18.00 uhr mit einem gespräch zwischen karin sander und andreas uebele
as I lay dying as soon as I saw you I knew an adventure as good as it gets as the bell rings as you wish as soon as I get home pants off.

Impressum

Lehrstuhl für Architektur und Kunst
Professur Karin Sander

Stefano-Franscini-Platz 5
8093 Zürich Hönggerberg
Raum HIL F 48
Tel. +41 44 633 28 42

Verantwortung / Copyright für sämtliche Inhalte der Website liegt bei der Prof. Karin Sander.

Architektur und Kunst I+II, Wahlfächer
Tobias Becker
becker@arch.ethz.ch

Diplom/Master
Zilla Leutenegger
leutenegger@arch.ethz.ch

Forschung
Adi Grüninger
grueninger@arch.ethz.ch

Sekretariat
Sibylle Novello
novello@arch.ethz.ch